
Der genaue Zeitpunkt der Entstehung der ersten Mühlen am Roški slap ist historisch nicht belegt. Obwohl römische Inschriften aus dem Gebiet des antiken Promona auf die Existenz hydraulischer Anlagen an den Flüssen Krka und Čikola bereits in der Antike hinweisen, wurden archäologische Überreste von Mühlen aus dieser Zeit an der Krka selbst bisher nicht gefunden. Die heutigen Anlagen sind auf den Fundamenten mittelalterlicher Mühlen gewachsen, über die es nur spärliche Dokumentationen gibt, im Gegensatz zu den Mühlen am Skradinski buk, die in historischen Quellen häufiger erwähnt wurden.

Die Geschichte der Wassermühlen am Roški slap ist von Eigentümerwechseln und strategischen Interessen geprägt. Es ist bekannt, dass ein Teil der Mühlen bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts im Besitz der Franziskaner von Visovac war, als dieses Gebiet unter osmanische Herrschaft fiel. Die Türken übernahmen die Kontrolle über die Mühlen, um ihre Armee mit Mehl zu versorgen, und sie blieben bis Ende des 17. Jahrhunderts in ihrem Besitz. Nach der Vertreibung der Osmanen übernahm die Republik Venedig die Verwaltung dieses Gebiets und seiner Ressourcen.

Die Moderne brachte neue Herausforderungen für den Betrieb der Wassermühlen mit sich. Der Bau eines Wasserkraftwerks im Jahr 1909 durch die Kohleabbaugesellschaft aus Siverić wirkte sich direkt auf den Wasserzufluss und den Betrieb der bisherigen hydraulischen Anlagen aus. Trotz dieser Veränderungen blieben die Mühlen als Teil der lokalen Identität erhalten und tragen heute die Namen ihrer ehemaligen und jetzigen Besitzer, wie etwa die Mühlen Kulušić/Marasović, Samodol/Skelin, Jović oder die Šoster-Mühlen.

Heute bieten diese Gebäude einen Einblick in die traditionelle Lebens- und Arbeitsweise im dalmatinischen Hinterland. Sie sind nicht nur Wirtschaftsgebäude, sondern auch Teil des kulturellen Erbes des Nationalparks Krka, das den Besuchern das Zusammenleben von Mensch und Fluss näherbringt. Die erhaltene Architektur der Mühlen, die im Einklang mit der natürlichen Umgebung errichtet wurde, erinnert weiterhin an die Bedeutung des Müllereiwesens, das jahrhundertelang die Grundlage für das Überleben in dieser Region bildete.