
Der Übergang über die Krka bei Brljan war Teil eines römischen Straßennetzes, und historischen Vermutungen zufolge soll Kaiser Trajan diesen Weg während seines Feldzugs gegen die Daker genommen haben. In unmittelbarer Nähe des Aussichtspunkts befinden sich die Überreste von Burnum, einem römischen Militärlager und Siedlung, während am linken Ufer in Puljani Spuren einer prähistorischen Festung zu sehen sind, die das Zentrum der liburnischen Gemeinschaft der Burnistae bildete. Dieses Gebiet diente jahrhundertelang als Grenze und Kontrollpunkt für die Bewegungen im Canyon.
Vom Aussichtspunkt aus lässt sich die submediterrane Vegetation beobachten, die ehemalige Wassermühlen, Weiden und bewirtschaftete Felder umgibt. In diesem Abschnitt wird der Lauf der Krka ruhiger und das Panorama wird vom Brljan-See dominiert, der auch als Ćorića-See oder Bjelober bekannt ist. Der See entstand durch den Bau eines Staudamms, der den Flusslauf auf einer Länge von 1,3 Kilometern staut, bei einer Breite von bis zu 400 Metern. Der Wasserfall Brljan selbst ist insofern besonders, als er in der wärmeren Jahreszeit aufgrund natürlicher Prozesse und menschlicher Eingriffe austrocknet.
Die Umgebung des Aussichtspunkts ist als Rastplatz gestaltet, der es Besuchern ermöglicht, die Weite der offenen Landschaft unterhalb der Serpentinen auf der Seite von Bukovica zu überblicken. Das Ambiente strahlt Geschichte und Ruhe aus und bietet einen Einblick in die einstige Verbindung zwischen antiken Siedlungen und der natürlichen Umgebung. Heute ist Brljan ein unverzichtbarer Ort, um die historischen Kommunikationswege und die Transformation der Flusslandschaft im Laufe der Jahrhunderte zu verstehen.