August 21, 2026

TRG ČETIRI BUNARA – eine Verbindung aus historischen Stadtmauern und moderner Gastronomie

In unmittelbarer Nähe zum UNESCO-Juwel, der Kathedrale des Heiligen Jakob, verbirgt sich der Platz der vier Brunnen (Trg četiri bunara). Was auf den ersten Blick wie eine große, mit Ziegeln im Fischgrätenmuster gepflasterte Terrasse mit vier steinernen Brunnenkronen aussieht, ist in Wahrheit das Dach einer riesigen städtischen Zisterne aus dem 15. Jahrhundert.

Während des späten Mittelalters, zur Zeit des Baus der Kathedrale, war Šibenik mit einem ernsten Mangel an Trinkwasser konfrontiert. Die Hauptzisterne auf dem Domplatz reichte für den Bedarf der Bürger nicht aus. Daher erwarb die Gemeinde Šibenik ein Grundstück von den Dominikanern direkt an den Stadtmauern und schloss 1446 einen Vertrag mit dem bekannten Zisternenbaumeister Jakov Correr aus Apulien ab, den sie mit günstigen Bedingungen von den Korčulanern abwarben, für die er gerade die Kathedrale baute. Dies beweist, welche Priorität die Sicherung der Trinkwasserreserven zu jener Zeit hatte. Die Oberaufsicht über den Bau dieses anspruchsvollen Bauwerks, das einem enormen Wasserdruck standhalten musste, wurde niemand Geringerem als dem großen Juraj Dalmatinac anvertraut. Da Jakov Correr kein Steinmetz war, wurde die Verzierung der Brunnenkronen den Meistern Marko Petrov und Juraj Mihajlov überlassen. Auf ihnen sind die Figuren des geflügelten Markuslöwen – des Schutzpatrons von Venedig –, des Heiligen Michael – des Schutzpatrons von Šibenik – sowie die Wappen der Šibeniker Fürsten Valaresso und Marcello eingemeißelt.

Wenn Sie beim Spaziergang über diesen Platz die Details genau betrachten, werden Sie zwischen den Ziegelreihen Steinplatten mit leichtem Gefälle bemerken, die jeden Tropfen Regenwasser in Richtung der steinernen Abflüsse leiteten. Erst nachdem das Wasser unterirdisch durch einen Filter aus Kieselsteinen, Schotter und Sand geflossen war, gelangte es vollkommen klar und gereinigt auf den Boden der Zisterne, bereit, aus einer der vier verzierten Brunnenkronen geschöpft zu werden. Wie selten und kostbar Wasser damals war, bezeugen auch die eingemeißelten Schlitze um die Kronen, durch die jeder Tropfen, der beim Schöpfen versehentlich verschüttet wurde, wieder in die Dunkelheit der Zisterne zurückfloss – das gesamte System basierte auf dem Sparen der Flüssigkeit, die Leben bedeutet.

Platz der vier Brunnen

Der Boden der Zisterne liegt unter dem Meeresspiegel und ihre Kapazität betrug 28.000 Barile Wasser. Da diese Zahl dem modernen Menschen wenig sagt, können wir sie bildlich in zwei olympische Schwimmbecken, 89.000 große 50-Liter-Fässer, die nebeneinander aufgereiht sind, 22 Millionen Gläser Wasser zu je zwei Dezilitern oder das Fassungsvermögen von 726 Löschflugzeugen umrechnen. Da Mitte des 15. Jahrhunderts etwa fünftausend bis sechstausend Einwohner innerhalb der Stadtmauern lebten, sicherte diese Zisterne jedem Haushalt tausende lebensrettende Liter Vorrat und garantierte das Überleben während monatelanger Sommertrockenheit und potenzieller feindlicher Belagerungen. Doch nur, wenn es regnete – wofür man nur zu Gott beten konnte. Obwohl sie trotz ihrer Größe nicht ausreichte, war die Zisterne bis 1879 in Betrieb, als in Šibenik dank des Baus eines modernen Wasserleitungssystems erstmals Wasser aus der Krka floss.

Heute nutzt der renommierte Michelin-Sterne-Träger, das Restaurant Pelegrini, diesen Platz als seine Sommerterrasse, das sich im nahegelegenen Palast Pelegrini-Tambača befindet. Genau in diesem Haus lebte einst die berühmte Familie Tambača aus Šibenik, Großgrundbesitzer und Bewahrer des dalmatinischen Weinerbes. In ihren Weinkellern pflegten sie den Stolz dieser Region – die mythische Maraština aus Šibenik, deren Trauben direkt auf dem Platz der vier Brunnen getrocknet wurden. Heute Chefkoch Rudolf Štefan setzt diese Tradition auf ganz andere Weise fort und verwandelt lokale Zutaten und autochthone Weine in ein erstklassiges gastronomisches Kunstwerk in historischem Ambiente.

Club Azimut

Das Innere der Zisterne, einst dunkel, kühl und voller Wasser, ist heute die Heimat des Kultclubs Azimut, dem Motor der modernen Kulturszene von Šibenik. Durch die Arbeit des Vereins Kolektiv4B, zahlreiche Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, Festivals und Quizabende hat Azimut diesem Raum neues Leben eingehaucht – er ist nun eine unerschöpfliche Zisterne der Kreativität.